Historische Wurzeln

Die Familienerholungs- und Tagungsstätte Sulzbürg und der Freundesring Sulzbürg e.V. wurden von Elisabeth Nägelsbach (1894-1984) gegründet. Als Vorsitzende des Landesverbands Evangelischer Arbeiterinnen-Vereine hatte sie im Jahr 1925 in Sulzbürg ein altes Bauernhaus entdeckt, in dem sie das erste Erholungsheim für Arbeiterinnen in Bayern mit insgesamt 12 Betten einrichtete. Es sollte Arbeiterinnen mit ihren Kindern die im schweren Alltag (6 Tage Urlaub im Jahr!) so dringend benötigte Erholung bieten.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten drohte dem Heim in Sulzbürg die Gleichschaltung und Beschlagnahmung. Elisabeth Nägelsbach gründete daher im Jahr 1933 einen Verein mit dem unverfänglichen Namen „Freundesring Sulzbürg“ und übereignete ihm alles Eigentum der Einrichtung. Im Jahr 1941 beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Heim dennoch und nutzten es für die sog. Kinderlandverschickung.

Gleich nach dem Kriegsende 1945 erreichte Elisabeth Nägelsbach von der Besatzungsmacht, dass die diakonische Arbeit in Sulzbürg wieder aufgenommen werden konnte: Flüchtlinge, Evakuierte aus den zerbombten Städten, Heimkehrerinnen aus Russland fanden hier vorübergehend eine Bleibe. Ab 1947 wurden wieder erholungssuchende Frauengruppen, Kinder und Jugendliche, Arbeits- und Tagungsgruppen beherbergt.

1955 gründete der Verein zusätzlich in Nürnberg ein Arbeiterinnenwohnheim, aus dem sich zwei Häuser „Mutter und Kind“ mit Kindertagesstätten entwickelten. Ende 2004 traf der Verein die strategische Entscheidung, die Nürnberger Einrichtungen in die Trägerschaft der Rummelsberger Anstalten zu übergeben.

Während dieser Jahrzehnte wurde in der Sulzbürger Einrichtung unter wechselnden Leitungen und für die zunehmenden Belegungen viel um- und neugebaut. Seit dem Jahr 2003 hat die Diakonin Anneliese Weidinger die Heimleitung und die Geschäftsführung des Vereins inne.