Beschaffungsordnung

- Leitlinien für nachhaltigen und fairen Einkauf und Konsum -

„Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden.

Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen. In Verantwortung vor Gott müssen wir gemeinsam Kriterien dafür geltend machen und weiter entwickeln, was die Menschen zwar wissenschaftlich und technologisch machen können, aber ethisch nicht machen dürfen. In jedem Fall muss die einmalige Würde jedes Menschen den Vorrang vor dem technisch Machbaren haben.“

(aus „Charta Oecumenica“ vom 22.4.2001, Absatz 9)

Beschaffungskriterien

Es ist uns Verpflichtung, durch unser Tun oder Lassen einen Lebensstil zu unterstützen, bei dem wir gegen das Diktat von Konsumzwängen und ökonomischen Druck Wert auf verantwortbare und nachhaltige Lebensqualität legen. Wir sind überzeugt, dass ein anderes, dem Leben zugewandtes Wirtschaften dringend erforderlich ist.

Diese Haltung ist Grundlage bei der Auswahl und der Entscheidung für oder gegen die Zusammenarbeit mit möglichen Partnern (sog. Stakeholdern).

Die Auswahl-Kriterien sind

  • Ökologische Anforderungen, wie sparsamer Verbrauch von Ressourcen, Verringerung der CO2–Emissionen, Verwendung regionaler Erzeugnisse, Verzicht auf lange Transportwege, Verwendung von Recyclingprodukten, Reduzierung des Abfallaufkommens, Einhaltung und Übererfüllung geltender Umweltgesetze, Einhaltung von Tierschutzrichtlinien und Ausschluss von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln.
  • Soziale Aspekte, wie MitarbeiterInnengehälter nach Tarif, Ermöglichen einer ArbeitnehmerInnen- vertretung, Arbeitssicherheit nach geltenden Verordnungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, keine Kinderarbeit (auch nicht bei Zulieferern), Integration behinderter MitarbeiterInnen, Gleichstellung Behinderter, Respekt vor MitarbeiterInnen anderer Nationalität und Religion, gleiche Aufstiegschancen und Entlohnung im Betrieb für Frau und Mann.
  • Ökonomische Auswahlkriterien, wie Umweltbelastung, Qualität, Wirtschaftlichkeit oder Langlebigkeit.

Produkte aus Asien, Afrika und Lateinamerika, die nachweislich z.B. häufig mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden (Agrarprodukte, Billigprodukte aus Holz, Wohntextilien, Lederprodukte, Spiel- und Sportwaren sowie Pflastersteine) werden nur gekauft, wenn sie ein anerkanntes Siegel tragen, das ausweist, dass das Produkt den Menschenrechten nach UN Konventionen, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UN Kinderrechtskonvention entspricht.

Vor der jeweiligen Vergabe von Aufträgen oder Bestellungen von Waren findet auf Grundlage dieser Aspekte eine Überprüfung der jeweiligen Partner (Stakeholder) statt.

Bei gleichwertigen Anbietern wird die Entscheidung aufgrund der nachweislich besseren Nachhaltigkeitsleistung und wahrgenommener gesellschaftlichen Verantwortung (z.B. Quote der behinderten MitarbeiterInnen, Anteil von Ausbildungsplätzen) gefällt. Klare Entscheidungshilfen sind z. B. ein zertifiziertes Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement.